Verpasste Datenjournalismusthemen

Bildschirmfoto 2013-10-29 um 09.18.08“Verschwendungsatlas” des Bundes der Steuerzahler

Einen Monat nach der Bundestagswahl herrscht Ebbe in Sachen Datenjournalismus in Deutschland. Alle Energie (und Gelder) scheinen in die etlichen Visualisierungen und Datengeschichten zur Bundestagswahl geflossen zu sein.

So wird einmal mehr deutlich, dass es hierzulande bei Zeitungen und Nachrichtenportalen Teams bräuchte, die tages- oder zumindest wochenaktuellen Datenjournalismus machen könnten. Das wäre durchaus notwendig, denn an datenlastigen Themen mangelt es nicht; manche Dimension lässt sich eigentlich nur schlüssig mit Unterstützung einer Datenvisualisierung für die Rezipienten darstellen. Und der große Vorteil an entsprechend geplanten datenbankgetriebenen Apps ist: Sie können sich fortschreiben, mit neuen Zahlen füttern, wiederverwenden lassen.

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Straßen und Hausnummern in Berlin mit Geokoordinaten als Open Data

In Berlin sind die Geodaten der Abteilung Geoinformation seit Anfang Oktober Open Data – in der Praxis allerdings noch nicht. @yetzt aus dem OpenDataCity-Team hat deshalb schon einmal die Straßen und Hausnummern mit ihren Geodaten beim RBS-Adressdienst eingesammelt und in gängige Geokoordinaten umgerechnet. Bis kommendes Jahr gilt in Berlin noch das Soldner-Projektionssystem von 1879. Zur Umwandlung wurde die Javascript-Biliothek proj4.js verwendet. Der entscheidende Code findet sich hier.

Download:

tsv – tab seperated value, ca. 8MB
mit Straße, Haunummer, PLZ, Stadteil

json – ein json-objekt pro zeile
mit allen Detaildaten, siehe z.B. hier.

Beide Dateien enthalten sowohl die Soldner-Koordinaten als auch WGS84. Wenn die Hausnummer 999 ist, bezieht sich der Datensatz auf die gesamte Straße, das sind vor allem Waldwege, Autobahnen, Brücken, etc.

Die Lizenzfrage ist noch nicht eindeutig geklärt, es sollte auf jeden Fall die Quelle angegeben werden. Auf daten.berlin.de heißt es: “Die bisherigen vielschichtigen Nutzungsbedingungen werden aufgehoben und durch neue einheitliche Nutzungsbedingungen, die eine kostenfreie kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung erlauben, ersetzt.” Mehr dazu ist im Wikimedia-Blog zu lesen.

Im Herbst 2010 hatte das im Vorjahr gegründete Open Data Network den Prototypen einer offenen Datenkarte für Berlin vorgestellt (siehe Video); doch seitens der Verwaltung wurde die Weiterverwendung der Berliner Geodaten bald untersagt – Open Data war zu der Zeit im wahrsten Sinne des Wortes noch ein Fremdwort.